Informationen zu Behältern und ihren Werkstoffen

Erklärungen der Abkürzungen in der Positiv-Flüssigkeitsliste

Erdöldest. Erdöldestillat
Flp. Flammpunkt
entzuendb. Lsgm entzündbare Lösungsmittel
entzdb. Lsgm. entzündbare Lösungsmittel
Gew.-% Gewichtsprozent
inakt. inaktiv
Isomerengem. Isomerengemisch
Kohlenw.-st. O. Alkoh. Kohlenwasserstoff oder Alkohol
Konz. Konzentration
max. maximal
n.a.g. soweit in dieser Liste nicht anderweitig namentlich genannt
p(50°C) Dampfdruck bei 50°C
°C Grad Celsius
Sdb. Siedepunkt
stab. stabilisiert
waessr. Lsg. wässrige Lösung
+ Flüssigkeit kann in dem Behälter/Tank gelagert werden
- Flüssigkeit kann nicht in dem Behälter/Tank gelagert werden
1* wird vom Hersteller der Flüssigkeit angegeben
Ordn.-Nr. entspricht BAM-Nr. der Datenbank Gefahrgut der BAM
UN-Nr. Identifizierungsmerkmal entsprechend IMDG-Code


Einteilung der Behälter/Tanks in Typen entsprechend ihren Betriebsbedingungen

1. Drucklos betriebener Behälter/Tank unter atmosphärischen Bedingungen

A:
Drucklos betriebener Behälter/Tank unter atmosphärischen Bedingungen (z. B. oberirdischer Behälter ohne besonderen Schutz gegen Erwärmung)
B:
Drucklos betriebener Behälter/Tank bei maximaler Betriebstemperatur an der Tankwand von 40°C (z. B. oberirdischer Behälter, der in Räumen aufgestellt ist oder außen aufgestellter Behälter, der einen besonderen Schutz gegen Erwärmung besitzt. Als besonderer Schutz gegen Erwärmung reicht in der Regel eine helle Beschichtung/Anstrich, die regelmäßig gepflegt wird, aus.)
C:
Drucklos betriebener Behälter/Tank bei maximaler Betriebstemperatur an der Tankwand von 30°C (z. B. unterirdischer Behälter, bei dem die Erddeckung mindestens 0,8 m beträgt, oder Behälter mit gleichwertiger Beschichtung)

2. Behälter/Tanks mit innerem Überdruck

D:
Behälter/Tank mit innerem Überdruck bei atmospärisch bedingten Temperaturen (z. B. oberirdischer Behälter ohne besonderen Schutz gegen Erwärmung)
E:
Behälter/Tank mit innerem Überdruck bei maximaler Betriebstemperatur an der Tankwand von 40°C (z. B. oberirdischer Behälter, der in Räumen aufgestellt ist oder außen aufgestellter Behälter, der einen besonderen Schutz gegen Erwärmung besitzt. Als besonderer Schutz gegen Erwärmung reicht dabei in der Regel eine helle Beschichtung/Anstrich, die regelmäßig gepflegt wird, aus.)
F:
Behälter/Tank mit innerem Überdruck bei maximaler Betriebstemperatur an der Tankwand von 30°C (z. B. erdgedeckter Behälter, bei dem die Erddeckung mindestens 0,8 m beträgt, oder Behälter mit gleichwertiger Beschichtung).


Auflagen für bestimmte Flüssigkeit-Werkstoff-Kombinationen

1. Flüssigkeitsbezogene Auflagen

Sofern nicht anders angegeben, wird die Flüssigkeits-Werkstoff-Verträglichkeit bis zu einer mittleren Temperatur an der Tankwand von höchstens 30°C als gegeben angesehen. Kurzzeitige höhere Temperaturen an der Tankwand bis 50°C sind zulässig.

Maßstab für die flüssigkeitsbezogenen Reinheitsanforderungen sind die technisch reinen Stoffe, wie sie im Handel erhältlich sind. Die Flüssigkeit-Werkstoff-Verträglichkeit kann dagegen für Produktionsrückstände , Abfälle, und Mischungen, welche die technisch reinen Flüssigkeiten enthalten, nicht bescheinigt werden, wenn diese Produktionsrückstände, Abfälle oder Mischungen in der Positiv-Flüssigkeitsliste nicht konkret genannt sind

Grundsätzlich dürfen alle Flüssigkeiten, die mit Wasser nicht beliebig mischbar sind, keine wässrige Phase ausscheiden.

In der Positiv-Flüssigkeitsliste verwendete Codierungen:

A: wasserfrei
A1: Wassergehalt höchstens 10%
A2: Wassergehalt weniger 0,05%
A3: Wassergehalt weniger als 0,08% und frei von Aminen
A4: Wassergehalt weniger als 0,001%
A5: Wassergehalt weniger als 0,3%
A6: Wassergehalt weniger als 0,1%
A7: Wassergehalt weniger als 0,2%
B: bromid- und chlorfrei
B1: Bestandteile der Kohlenwasserstoffgemische dürfen nur aliphatische und alicylische gesättigte Kohlenwasserstoffe, Monoolefine und aromatische Kohlenwasserstoffe sein.
B2: nur bromid- und chloridfreie Alkohole mit keinen weiteren funktionellen Gruppen im Molekül (nur OH-Gruppen im Kohlenwasserstoff-Grundgerüst)
C: säurefrei (pH-Wert 6,5 bis 8,5)
C1: frei von Schwefelsäure
C2: alkalisch (pH-Wert größer 8,5)
C3: pH-Wert höchstens 7
C4: pH-Wert zwischen 3 und 6
C5: Ameisensäuregehalt höchstens 2 %
C6: Schwefeltrioxidgehalt mehr als 25 %
C7: pH-Wert des Wassers zwischen 5 und 9
C8: Aschegehalt < 0,1 %
C9: Aschegehalt < 1 %
D: Chloridgehalt kleiner als 0,5 %, pH-Wert mindestens 5
E: frei von Beimengen, ausgenommen notwendige Stabilisatoren
E1: frei von Eisensalzen
E2: frei von Arsen(V)-verbindungen
F: fluoridfrei
F1: Fluoridgehalt kleiner als 0,5 % und Chloridgehalt kleiner als 350 ppm
G: frei von Ammoniumsalzen

2. Betriebliche Auflagen

H: Flüssigkeitstemperatur an der Behälter-/Tankwand höchstens 30°C
H1: Flüssigkeitstemperatur an der Behälter-/Tankwand höchstens 30°C (Gefahr der Lochkorrosion)
H10: Die Betriebstemperatur des Behälters/Tanks darf 4°C nicht unterschreiten
H2: Flüssigkeitstemperatur an der Behälter-/Tankwand höchstens 30°C (verstärkter Flächenabtrag über 25°C)
H4: Flüssigkeitstemperatur an der Behälter-/Tankwand höchstens 40°C
H5: Die Betriebstemperatur, insbesondere beim Heizen, Befüllen, und Entleeren des Behälters/Tanks darf 65°C nicht überschreiten
H6: Die Betriebstemperatur, insbesondere beim Heizen, Befüllen, und Entleeren des Behälters/Tanks darf 100°C nicht überschreiten
H7: Flüssigkeitstemperatur an der Behälter/Tankwand höchstens 25°C
H8: Die Betriebstemperatur, insbesondere beim Heizen, Befüllen und Entleeren des Behälters/Tanks darf 200°C nicht überschreiten
I: nur mit Korrosionsinhibitor, z. B. mit Aminen oder Ammoniak
K1: vollkommen rostfreie Tankinnenwand
K2: kupferfreier Werkstoff
K3: Der Behälter/Tank ist vor dem Befüllen mit einer Oxalsäurelösung zu passivieren
L: nicht wasserfrei
L1: Wassergehalt größer als 0,05 %, kein Kupfer, Zinn oder Blei als Legierungsbestandteil
M: Der Behälter/Tank ist so aufzustellen, dass die Flüssigkeitstemperatur höchstens 30°C beträgt.
M1: Der Behälter/Tank ist so aufzustellen, dass die Flüssigkeitstemperatur höchstens 15°C beträgt.
N: Der Behälter/Tank ist mit Stickstoff oder einem anderen geeigneten Gas zu beaufschlagen. Ein Überdruck muß bis zur vollständigen Entleerung des Tanks erhalten bleiben.
S: schwefelfrei
S1: Schwefelgehalt < 0,1 %
S2: Schwefelgehalt < 1 %
S3: Schwefelgehalt < 3 %
T: Es ist sicherzustellen, dass der Behälter/Tank nur technisch frei von Wasser befüllt und anschließend dicht verschlossen wird, um ein Eindringen von Feuchtigkeit während der Lagerung auszuschließen. Besteht die Möglichkeit des Eindringens von Feuchtigkeit, ist der Stoff mit Stickstoff oder einem geeigneten Gas zu beaufschlagen. Ein Überdruck muß dann bis zur vollständigen Entleerung des Tanks erhalten bleiben (siehe Auflage N).